Das Display ist gesprungen, der Akku macht schlapp oder das Handy war im Wasser? Viele werfen ein defektes Smartphone in die Schublade und vergessen es dort. Dabei verschenkst du damit bares Geld: Auch defekte Handys werden von Ankaufsportalen angekauft – für Ersatzteilgewinnung oder professionelles Refurbishment. Je nach Modell und Defekt sind noch 20 bis 60 Prozent des normalen Ankaufspreises drin.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Defekte akzeptiert werden, mit welchen Abschlägen du rechnen musst, wann sich eine Reparatur vor dem Verkauf lohnt – und wie du deine Daten löschst, selbst wenn das Display nichts mehr anzeigt.
Welche Defekte akzeptieren Ankaufsportale?
Die meisten großen Ankaufsportale kaufen defekte Geräte an, solange sie identifizierbar und nicht komplett zerstört sind. Typische Defekte, die akzeptiert werden:
- Displaybruch: Gesprungenes Glas oder komplett schwarzes Display. Der häufigste Defekt überhaupt – wird von praktisch allen Portalen angekauft.
- Defekter Akku: Das Handy hält nur noch wenige Stunden, schaltet sich unerwartet ab oder lädt gar nicht mehr.
- Wasserschaden: Das Gerät war im Wasser und funktioniert nicht mehr richtig. Auch ein verfärbter Wasserschaden-Indikator bei ansonsten funktionierendem Gerät zählt als Wasserschaden.
- Defekte Kamera, Lautsprecher oder Mikrofon: Einzelne Funktionen fallen aus, das Gerät läuft aber grundsätzlich.
- Defekte Tasten oder Ladeanschluss: Power-Button ohne Funktion, Ladebuchse wackelig oder ohne Kontakt.
Anders sieht es bei Softwaresperren aus: Ein Handy mit aktiver iCloud-Aktivierungssperre oder Google-Kontosperre (Factory Reset Protection) nehmen seriöse Portale in der Regel nicht an – oder nur zum Schrottwert. Der Grund: Ein gesperrtes Gerät kann nicht weiterverkauft werden, und die Sperre kann auf ein gestohlenes Gerät hindeuten. Auch SIM-Lock oder ein Eintrag in der Sperrliste (gestohlen gemeldete IMEI) führen zur Ablehnung. Entferne deshalb unbedingt alle Kontosperren, bevor du das Gerät einschickst.
Realistische Preisabschläge je Defektart
Wie viel du für ein defektes Handy bekommst, hängt vom Modell, vom Restwert und von der Art des Defekts ab. Als grobe Orientierung, wie stark der Preis gegenüber einem funktionierenden Gerät in gutem Zustand sinkt:
- Nur schwacher Akku (Gerät funktioniert): 10-25 % Abschlag. Ein Akkutausch ist für Refurbisher günstig, deshalb ist der Abzug moderat.
- Displaybruch (Gerät funktioniert sonst): 30-50 % Abschlag. Bei aktuellen Modellen mit teuren OLED-Displays eher mehr.
- Display komplett ohne Anzeige / Touch defekt: 40-60 % Abschlag, weil das Portal den Zustand des restlichen Geräts schlechter prüfen kann.
- Wasserschaden: 50-80 % Abschlag. Wasserschäden sind unberechenbar, weil Folgeschäden (Korrosion) oft erst später auftreten.
- Gerät startet gar nicht mehr: Oft nur noch Ersatzteilwert – bei aktuellen Premium-Modellen können das trotzdem noch 50-150 € sein, bei älteren Geräten eher 5-30 €.
Wichtig: Je neuer und teurer das Modell, desto mehr lohnt sich der Verkauf trotz Defekt. Ein aktuelles iPhone mit Displaybruch bringt oft noch mehrere hundert Euro, weil die restlichen Komponenten wertvoll sind. Ein acht Jahre altes Mittelklasse-Handy mit demselben Defekt bringt dagegen kaum noch etwas.
Wie viel ist dein defektes Handy noch wert?
Die Preisabfrage kostet nichts – vergleiche jetzt die aktuellen Ankaufspreise, auch für defekte Geräte.
Jetzt Ankaufspreise vergleichenReparieren oder defekt verkaufen? Die Rechnung
Bevor du dein Handy defekt verkaufst, lohnt ein kurzer Rechenvergleich: Ist der Preisunterschied zwischen „defekt" und „funktionsfähig" größer als die Reparaturkosten, lohnt sich die Reparatur vor dem Verkauf. Ist er kleiner, verkaufst du besser direkt defekt.
Ein Beispiel mit einem Displayschaden: Ein offizieller Display-Tausch bei Apple kostet je nach iPhone-Modell etwa 250 bis 390 €. Bringt dein iPhone funktionierend 500 € und mit Displaybruch 280 €, beträgt die Preisdifferenz 220 € – die Apple-Reparatur für z.B. 320 € würde sich also nicht lohnen. Eine freie Werkstatt, die das Display für 120-180 € tauscht, könnte die Rechnung dagegen positiv drehen. Beachte aber: Nach einem Display-Tausch mit Nicht-Original-Teilen zeigen manche iPhones eine Warnmeldung an, was den Ankaufspreis wieder drücken kann.
So rechnest du es durch:
- 1Ankaufspreis funktionierend ermitteln
Vergleiche den aktuellen Ankaufspreis deines Modells im Zustand „Gut" über unseren Preisvergleich.
- 2Ankaufspreis defekt ermitteln
Frage denselben Preis mit der ehrlichen Defekt-Angabe ab.
- 3Reparaturkosten einholen
Hole ein Angebot vom Hersteller und von einer freien Werkstatt ein. Bei Akkutausch lohnt sich die Reparatur häufig, bei Display und Wasserschaden seltener.
- 4Vergleichen
Nur wenn Preisdifferenz minus Reparaturkosten deutlich positiv ist (und du den Aufwand nicht scheust), lohnt sich die Reparatur vor dem Verkauf.
Bei einem schwachen Akku ist die Rechnung am häufigsten positiv: Ein Akkutausch kostet in freien Werkstätten oft 40-90 €, hebt das Gerät aber von „defekt" oder „akzeptabel" auf „gut" – das kann je nach Modell deutlich mehr als die Reparaturkosten ausmachen.
So läuft der Verkauf beim Ankaufsportal ab
Der Ablauf ist derselbe wie bei einem funktionierenden Gerät – mit einem entscheidenden Punkt: der ehrlichen Zustandsangabe.
Defektes Handy verkaufen in 5 Schritten:
- 1Modell auswählen und Defekt angeben
Wähle beim Portal dein Modell aus und gib den Zustand „defekt" bzw. die konkreten Defekte an. Manche Portale fragen einzelne Funktionen ab (Display, Kamera, Akku etc.) – beantworte alles wahrheitsgemäß.
- 2Angebot vergleichen
Vergleiche das Angebot mit anderen Portalen. Gerade bei defekten Geräten unterscheiden sich die Preise stark, weil jedes Portal Ersatzteile anders verwertet.
- 3Kostenlos einsenden
Du bekommst ein DHL-Versandlabel. Verpacke das Gerät gut gepolstert – gerade bei Displaybruch können sich lose Glassplitter lösen.
- 4Prüfung abwarten
Das Portal prüft das Gerät. Stimmt deine Angabe, wird der genannte Preis bestätigt.
- 5Auszahlung erhalten
Nach bestätigter Prüfung wird der Betrag überwiesen, meist innerhalb weniger Werktage.
Der große Vorteil der ehrlichen Angabe: Es gibt keine Nachverhandlung. Wer den Defekt verschweigt und auf ein besseres Angebot hofft, bekommt nach der Prüfung ein deutlich reduziertes Gegenangebot – und verliert Zeit. Gibst du den Defekt von Anfang an korrekt an, wird der genannte Preis in aller Regel auch gezahlt.
So schätzt du den Zustand richtig ein
Was „Gut", „Akzeptabel" und „Defekt" bei den Portalen genau bedeuten, erklärt unser Zustands-Guide.
Ratgeber: Handy-Zustand bewertenAlternative: Verkauf an Bastler auf Kleinanzeigen
Defekte Handys sind auf Kleinanzeigen-Plattformen gefragt – Bastler und kleine Reparaturwerkstätten kaufen sie als Ersatzteilspender oder zum Wiederaufbereiten. Der Vorteil: Du bekommst oft 10-30 % mehr als beim Ankaufsportal, weil kein Zwischenhändler mitverdient.
Der Nachteil: deutlich mehr Aufwand und Risiko. Du musst Fotos machen, Anfragen beantworten, dich mit Preisverhandlern herumschlagen – und aufpassen. Gerade bei defekten Handys sind Betrugsmaschen verbreitet: gefälschte PayPal-Zahlungsbestätigungen, angebliche Käuferschutz-Gebühren oder Käufer, die nach Erhalt weitere (angebliche) Defekte reklamieren. Verkaufe am besten nur gegen Barzahlung bei Abholung oder per echter PayPal-Zahlung (nicht „Freunde & Familie" als Verkäufer akzeptieren, keine Links aus E-Mails anklicken).
- Ankaufsportal: fester Preis, kostenloser Versand, schnelle Abwicklung, kein Betrugsrisiko – dafür etwas weniger Geld
- Kleinanzeigen: potenziell mehr Geld – dafür Zeitaufwand, Verhandlungen und Betrugsrisiko
- Faustregel: Bei Restwerten unter 50 € lohnt der Kleinanzeigen-Aufwand selten, bei teuren aktuellen Geräten kann er sich rechnen
Daten löschen – auch bei defektem Display
Verschicke niemals ein Handy mit persönlichen Daten – auch nicht defekt! Selbst wenn das Display schwarz ist, sind deine Fotos, Nachrichten und Passwörter noch auf dem Gerät. Ein Aufkäufer, der das Display tauscht, hätte vollen Zugriff.
Wenn das Display noch funktioniert, führst du ganz normal einen Werksreset durch – die Anleitungen dafür findest du in unseren Ratgebern zum iPhone-Löschen und Android-Löschen. Ist das Display defekt oder das Gerät startet nicht mehr, hilft die Fernlöschung:
- iPhone: Melde dich auf icloud.com/find an, wähle das iPhone unter „Geräte" aus und klicke auf „Dieses Gerät löschen". Entferne es danach über „Vom Account entfernen" aus deiner Apple-ID – sonst bleibt die Aktivierungssperre aktiv und das Portal lehnt das Gerät ab.
- Android: Öffne android.com/find, wähle das Gerät aus und klicke auf „Gerät zurücksetzen". Entferne das Gerät anschließend unter myaccount.google.com → Sicherheit → Meine Geräte aus deinem Google-Konto, damit keine FRP-Sperre greift.
- Gerät komplett tot (startet nie wieder): Die Daten sind bei modernen Geräten verschlüsselt und ohne deinen Code praktisch nicht auslesbar. Entferne das Gerät trotzdem aus iCloud bzw. Google-Konto und nimm SIM- und SD-Karte heraus.
Die Fernlöschung wird ausgeführt, sobald das Gerät das nächste Mal online geht. Bei einem Gerät, das nur einen Displayschaden hat, passiert das meist sofort, weil es noch im WLAN oder Mobilfunknetz eingebucht ist.
Warum sich der Verkauf auch für die Umwelt lohnt
In deutschen Schubladen liegen Schätzungen zufolge weit über 200 Millionen ungenutzte Handys. Jedes davon enthält wertvolle Rohstoffe: Gold, Silber, Kupfer, Kobalt und Seltene Erden. Wenn du dein defektes Handy verkaufst, wird es entweder professionell aufbereitet und weitergenutzt – oder fachgerecht recycelt, sodass die Rohstoffe zurückgewonnen werden. Beides ist deutlich besser, als wenn das Gerät ungenutzt altert oder irgendwann im Hausmüll landet, wo es wegen des Akkus sogar brandgefährlich ist. Der Verkauf an ein Ankaufsportal ist also nicht nur finanziell sinnvoll, sondern auch der einfachste Weg, dein Altgerät in den Rohstoffkreislauf zurückzubringen.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Verkauf eines defekten Handys überhaupt?
Bei neueren Modellen fast immer: Ein aktuelles iPhone oder Galaxy mit Displaybruch bringt oft noch mehrere hundert Euro. Bei alten Einsteigergeräten ist der Restwert gering – dann ist der Verkauf eher ein Beitrag zum Recycling als ein Geschäft. Vergleiche einfach die Ankaufspreise: Die Abfrage kostet nichts.
Muss ich den Defekt beim Ankaufsportal angeben?
Ja, unbedingt. Das Portal prüft jedes Gerät bei Eingang und findet den Defekt garantiert. Verschweigst du ihn, bekommst du ein reduziertes Gegenangebot und verlierst Zeit. Gibst du ihn ehrlich an, wird der genannte Preis in der Regel ohne Nachverhandlung gezahlt.
Wie lösche ich meine Daten, wenn das Display schwarz ist?
Per Fernlöschung: Bei iPhones über icloud.com/find („Dieses Gerät löschen" und danach „Vom Account entfernen"), bei Android über android.com/find („Gerät zurücksetzen") plus Entfernen aus dem Google-Konto. Die Löschung wird ausgeführt, sobald das Gerät online ist.
Kauft ein Portal auch ein Handy mit iCloud-Sperre an?
In der Regel nein. Ein Gerät mit aktiver Aktivierungssperre kann nicht weiterverkauft werden und wird abgelehnt oder nur zum Schrottwert angenommen. Entferne das Gerät vorher über icloud.com/find aus deiner Apple-ID – das geht auch bei defektem Display.
Was ist mit einem Handy, das gar nicht mehr angeht?
Auch das kannst du verkaufen – als „defekt, startet nicht". Der Preis liegt dann meist nur noch beim Ersatzteilwert. Bei aktuellen Premium-Modellen können das trotzdem 50-150 € sein. Entferne das Gerät vorher aus iCloud bzw. deinem Google-Konto und nimm die SIM-Karte heraus.
Bekomme ich bei Kleinanzeigen mehr für mein defektes Handy?
Oft ja – 10-30 % mehr sind realistisch, weil kein Zwischenhändler mitverdient. Dafür trägst du den Aufwand (Fotos, Anfragen, Verhandlungen) und das Betrugsrisiko selbst. Beim Ankaufsportal bekommst du dafür einen garantierten Preis, kostenlosen Versand und eine sichere Abwicklung.